ChristelLeichtigkeit im Alltag

Ich habe den Kaffee weggeschüttet

Und mir einen neuen gekocht, den ich dann auch stehen ließ

Grünes Bild mit einer vollen Tasse Kaffee auf einer Küchenarbeitsplatte, daneben eine Kaffeemaschine
Bild mit KI erstellt.

Die Kaffeemaschine steht in der Küche. Sie läuft durch, es riecht gut, ich schenke mir eine Tasse ein.

Und dann stelle ich sie hin.

Nicht weil ich sie nicht trinken will. Sondern weil ich in dem Moment noch schnell etwas mache. Nur eben kurz.

Was dazwischenkam

Die Waschmaschine war fertig. Man hört das ja, und wenn man es einmal gehört hat, denkt man daran, bis es erledigt ist.

Oder das Telefon klingelte, und jemand brauchte etwas. Ob ich das eben erledigen könnte. Konnte ich natürlich.

Oder mir ist einfach etwas ins Auge gesprungen. Der Fleck an der Tür. Die Zeitungen auf dem Stuhl. Die Blumen, die Wasser brauchten.

Es gab immer etwas. Und alles davon dauerte nur fünf Minuten.

Und dann kam ich zurück

Dann war der Kaffee kalt.

Ich habe ihn weggeschüttet. Jedes Mal. Und dann habe ich einen neuen gekocht.

Und weißt du, was mit dem neuen passiert ist?

Genau dasselbe.

Das ist der Teil, über den ich lange nicht nachgedacht habe

Ich habe manchmal drei Tassen weggeschüttet an einem Vormittag.

Ich habe Kaffee gekocht, hingestellt, vergessen, weggeschüttet und neu gekocht. Wieder und wieder. Und dabei hätte ich ihn jedes Mal in zwei Minuten austrinken können.

Zwei Minuten hätte ich immer gehabt. Immer.

Ich habe sie mir nur nicht genommen.

Warum eigentlich nicht

Weil ich mich hätte hinsetzen müssen.

Ein Kaffee im Stehen, zwischen Tür und Angel, das geht ja auch. Aber der wird nicht getrunken, der wird gehalten. Zum Trinken muss man kurz stillstehen, und Stillstehen war nicht vorgesehen.

Und weil ich dachte: Die fünf Minuten für die Waschmaschine muss ich jetzt investieren, sonst liegt die Wäsche da. Der Kaffee kann warten.

Der Kaffee wartet aber nicht. Der wird kalt.

Vielleicht kennst du das

Das ist kein Vorwurf

Nicht an die anderen. Keiner hat mir gesagt, ich soll den Kaffee stehen lassen.

Und auch nicht an mich. Ich habe getan, was gerade dran war. So sieht ein Vormittag eben aus, wenn ein Haushalt dranhängt.

Nur eins stimmt mich nachdenklich: Ich habe an dem Vormittag nichts gewonnen. Die Wäsche wäre auch fünf Minuten später noch da gewesen. Der Anruf hätte warten können.

Ich habe nur den Kaffee verloren.

Mein Tipp für morgen früh

Trink deinen Kaffee heiß. Einmal.

Setz dich hin, während er noch dampft, und trink ihn aus. Und wenn in der Zeit die Waschmaschine piept, dann piept sie eben.

Es dauert fünf Minuten. So lange hält keiner den Atem an.

Und wenn du dabei ein schlechtes Gewissen hast, dann ist das normal. Das hat man am Anfang immer. Es geht wieder weg.

Ein paar Fragen für dich

Am besten morgen früh, mit einer vollen Tasse in der Hand.

Wie viele Tassen hast du in dieser Woche weggeschüttet?

Was ist dazwischengekommen – und war es wirklich dringender?

Was müsstest du weglassen, damit du fünf Minuten sitzen kannst?

Bei der letzten kommt oft heraus: nichts. Man müsste nur sitzen bleiben.

Der Satz für heute

„Zwei Minuten hätte ich immer gehabt.“Der Satz für heute

Und du auch.

Die Frage ist nicht, ob die Zeit da ist. Die Frage ist, ob du sie dir gibst.

Alle Texte ansehen →

Wenn du magst, machen wir weiter

Ich bin Christel. Ich komme vom Land, war jahrelang die, die für alle da war – und habe mir irgendwann selbst wieder Platz gemacht.

Heute begleite ich Frauen, denen es ähnlich geht. Acht Gespräche über acht Wochen, nur du und ich, in deinem Tempo. Vorher lernen wir uns kennen – zwanzig Minuten am Telefon, und das kostet nichts. Entscheiden musst du danach in Ruhe zu Hause.

Die Begleitung ansehen

Ruf mich an

Und wenn dir das noch zu groß ist – es gibt auch kleinere Türen:

Pass gut auf dich auf. Du bist es wert.

Deine Christel

← Zum Blog