ChristelLeichtigkeit im Alltag

Meine Spalte war die vollste

Ich stand vor dem Familienplaner und dachte: Das kann doch nicht sein.

Grünes Bild mit einem handbeschriebenen Familienplaner an einer Wand
Bild mit KI erstellt.

Wir hatten so einen Familienplaner an der Wand. Eine Spalte für jeden.

Praktisch ist das. Man sieht auf einen Blick, wer wann wo sein muss, und keiner kann hinterher sagen, er hätte es nicht gewusst.

Ich weiß nicht mehr, warum ich an dem Tag davorstand. Vermutlich, um irgendetwas einzutragen.

Jedenfalls habe ich hingeschaut.

Was in meiner Spalte stand

Spielgruppe. Schule, Begleitung beim Fahrradführerschein. Ausflug begleiten. Lesestunde.

Nachmittags zum Fußball fahren. Zu Verabredungen fahren. Wieder abholen.

Meine Arbeit natürlich auch. Die stand ja auch drin.

Und meine Eltern – Arzttermine, einkaufen fahren, hinbringen, warten, wieder zurück.

Meine Spalte war die vollste von allen.

Und dann habe ich es gesehen

Da stand nicht ein einziger Termin, der für mich war.

Nicht einer.

Alles, was in meiner Spalte stand, war für jemand anderen. Ich war nur die, die es macht.

Ich weiß noch, was ich gedacht habe. Wortwörtlich:

Das kann doch nicht sein. Wann darf ich denn mal wieder ich sein?

Und dann bin ich weitergegangen und habe eingetragen, was ich eintragen wollte. Für einen von den anderen.

Warum das so schwer zu sehen ist

Weil es ja alles gute Termine sind.

Da steht nichts Schlimmes drin. Kein Mensch würde sagen: Fahr dein Kind nicht zum Fußball. Kümmer dich nicht um deine Eltern. Lass die Lesestunde ausfallen.

Jeder einzelne Termin ist richtig. Man kann keinen davon streichen, ohne sich schlecht zu fühlen.

Nur zusammen ergeben sie etwas, das so keiner gewollt hat. Die anderen auch nicht.

Vielleicht kennst du das

Das ist kein Vorwurf

Nicht an die Kinder. Kinder fragen, ob man sie fährt. Das ist ihr gutes Recht.

Nicht an meine Eltern. Die haben mich auch gefahren, jahrelang, als ich noch nicht selbst konnte.

Und nicht an mich. Ich habe diese Termine gern gemacht. Die meisten jedenfalls.

Es geht nur darum, dass irgendwann keiner mehr gefragt hat, ob das alles geht. Ich am allerwenigsten.

Mein Tipp für diese Woche

Schau dir die nächste Woche an. Nicht um etwas zu ändern – nur um zu schauen.

Schreib neben jeden Termin, wer ihn eigentlich wollte. Ein Kürzel reicht, ein Buchstabe.

Bei manchen schreibst du zwei Namen dazu. Bei manchen fällt dir gar keiner ein, weil es einfach schon immer so gemacht wird.

Und dann zähl nach, wie oft dein eigener Buchstabe dasteht.

Mehr musst du diese Woche nicht machen. Das reicht. Und es reicht auch, wenn dir die Zahl nicht gefällt.

Ein paar Fragen für dich

Am besten mit dem Kalender vor dir.

Wann steht in deinem Kalender zuletzt etwas, das nur für dich war?

Welchen deiner Termine könnte auch jemand anders übernehmen – und warum machst du ihn trotzdem immer selbst?

Wenn nächste Woche zwei Stunden frei wären und keiner außer dir etwas davon hätte: Was würdest du eintragen?

Bei der letzten fällt vielen erst mal nichts ein. Dann lass die zwei Stunden trotzdem frei. Es fällt dir schon noch etwas ein.

Der Satz für heute

"Wann darf ich mal wieder ich sein?"Der Satz für heute

Das ist keine Klage. Das ist eine Frage, und Fragen kann man beantworten.

Aber erst muss sie mal jemand stellen.

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Wenn du magst, machen wir weiter

Ich bin Christel. Ich komme vom Land, war jahrelang die, die für alle da war – und habe mir irgendwann selbst wieder Platz gemacht.

Heute begleite ich Frauen, denen es ähnlich geht. Acht Gespräche über acht Wochen, nur du und ich, in deinem Tempo. Vorher lernen wir uns kennen – zwanzig Minuten am Telefon, und das kostet nichts. Entscheiden musst du danach in Ruhe zu Hause.

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Ruf mich an

Und wenn dir das noch zu groß ist – es gibt auch kleinere Türen:

Pass gut auf dich auf. Du bist es wert.

Deine Christel

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