ChristelLeichtigkeit im Alltag

Drei Dinge, die du früher gern gemacht hast

Und warum dir vielleicht keins mehr einfällt

Grünes Bild mit einer Querflöte auf alten Notenblättern
Bild mit KI erstellt.

Ich hatte eine Sopranflöte und eine Altflöte.

Sieben Jahre war ich im Spielmannszug, bis ich aus der Schule kam. Wir haben geprobt, wir sind mitmarschiert, ich habe Noten gelernt. Und das Schöne war: Da ging es nicht um den Hof. Nicht um die Tiere, nicht um die Familie, nicht darum, wo ich gerade gebraucht wurde.

Das war meins.

Dann fing die Ausbildung an. Und es passte zeitlich nicht mehr.

Also habe ich aufgehört.

Kein Abschied, kein Drama

Da war kein trauriger letzter Abend. Keiner hat gesagt: "Schade, dass du gehst." Ich habe das auch nicht als Verlust empfunden. Es war einfach eine Sache, die nicht mehr in den Tag passte, und dann war sie weg.

So verschwindet das meiste, glaube ich.

Nicht mit einem Knall. Sondern leise, weil gerade etwas anderes wichtiger ist. Die Ausbildung. Die Arbeit. Der Haushalt. Die Kinder. Immer ist etwas da, das dringender aussieht als eine Flöte.

Und das ist ja auch nicht falsch. Die Ausbildung war wichtig. Die Kinder waren wichtig.

Nur: Es ist nie wiedergekommen.

Vielleicht kennst du das

Jemand fragt dich, was du gern machst.

Und du überlegst.

Und dir fällt nichts ein.

Nicht, weil du ein langweiliger Mensch bist. Sondern weil die Antwort so lange nicht gebraucht wurde, dass sie irgendwo hinten runtergefallen ist.

Nur bei dir ist die Schublade leer.

Das ist keine Katastrophe. Aber es lohnt sich, mal nachzuschauen, ob die Schublade wirklich leer ist – oder ob nur lange keiner mehr aufgemacht hat.

Mein Tipp: Geh weit genug zurück

Wenn du dich fragst "was mag ich eigentlich?", kommt oft nichts. Die Frage ist zu groß.

Geh stattdessen zurück. Richtig weit.

Nicht "was mache ich gern" – sondern: Was habe ich mit vierzehn gern gemacht? Mit zwanzig? Bevor alles losging?

Da kommt meistens etwas. Weil es nicht um heute geht und weil du dich nicht rechtfertigen musst. Es ist ja lange her.

Schreib drei Dinge auf. Nur drei. Egal wie albern sie klingen.

Singen im Chor. Nähen. Fahrradfahren, einfach so, ohne Ziel. Zeichnen. Tanzen. Lesen bis nachts um zwei. Auf einem Pferd sitzen. In der Sonne liegen und nichts tun.

Und dann guck dir die drei Sachen an und frag dich bei jeder eine einzige Frage:

Warum eigentlich nicht mehr?

Bei den meisten wirst du merken: Es gab gar keinen Grund. Es hat nur irgendwann nicht mehr reingepasst.

Und dann?

Dann musst du gar nichts.

Du musst nicht morgen in den Chor. Du musst dir keine Flöte kaufen. Es geht nicht darum, dass du jetzt ein Hobby brauchst.

Es geht darum, dass du dich daran erinnerst, dass da mal etwas war. Dass es dich nicht erst seit dem Haushalt gibt.

Und wenn du dann irgendwann doch Lust bekommst, eine von den drei Sachen wieder anzufangen – dann ist das schön. Aber es muss nicht heute sein.

Manchmal reicht es zu wissen: Ich war mal jemand, der Flöte gespielt hat.

Ein paar Fragen für dich

Die hier gehen besser mit einem Stift in der Hand. Lass dir Zeit, es drängt nichts.

Welche drei Dinge hast du früher gern gemacht?

Wann hast du damit aufgehört – und gab es einen richtigen Grund?

Was von den dreien würdest du am ehesten wieder anfangen, wenn dich niemand komisch anschauen würde?

Bei der letzten kommt oft ein "ach, das ist doch albern". Genau das ist meistens die richtige.

Der Satz für heute

"Es gab mich auch schon vorher."Der Satz für heute

Vor dem Haushalt. Vor den Kindern. Vor der Arbeit.

Da war ein Mädchen mit einer Flöte, das gerne mitmarschiert ist. Die gibt es immer noch.

Sie hat nur lange nichts gesagt.

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Wenn du magst, machen wir weiter

Ich bin Christel. Ich komme vom Land, war jahrelang die, die für alle da war – und habe mir irgendwann selbst wieder Platz gemacht.

Heute begleite ich Frauen, denen es ähnlich geht. Acht Gespräche über acht Wochen, nur du und ich, in deinem Tempo. Vorher lernen wir uns kennen – zwanzig Minuten am Telefon, und das kostet nichts. Entscheiden musst du danach in Ruhe zu Hause.

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Ruf mich an

Und wenn dir das noch zu groß ist – es gibt auch kleinere Türen:

Pass gut auf dich auf. Du bist es wert.

Deine Christel

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