ChristelLeichtigkeit im Alltag

Ich backe mein Brot immer noch selbst

Aber die Bohnen wecke ich nicht mehr ein – und das hat länger gedauert, als es sollte

Grünes Bild mit einem selbstgebackenen Brot auf einem Holztisch
Bild mit KI erstellt.

Bei mir riecht es heute nach Johannisbeeren. Aus dem eigenen Garten, wie früher.

Wir waren zu Hause Selbstversorger. Viel kaufen mussten wir nicht. Ein großes Gemüsebeet, Tomaten, Salat, Kartoffeln kamen aufs Feld. Obst hatten wir im Garten stehen. Was da war, wurde verarbeitet – Marmelade gekocht, Bohnen eingeweckt, Pflaumen eingemacht, Kartoffeln eingelagert. Meine Mutter hat Brot gebacken.

Man hat das nicht hinterfragt. Es wuchs, also wurde es haltbar gemacht. Für den Winter, für alle, für später.

Und was davon habe ich mitgenommen?

Ich backe mein Brot immer noch selbst.

Nicht aus Nostalgie und nicht aus Prinzip. Sondern weil mir das gekaufte schlicht nicht schmeckt. Ein selbstgebackenes ist einfach viel besser, da kommt keine Lebensmittelkette mit. Und wenn frisches Brot im Ofen ist, duftet die ganze Wohnung.

Und ich koche Marmelade. Gerade Johannisbeere. Für uns, zum Selberessen.

Aber ein paar Sachen mache ich nicht mehr

Bohnen einwecken – nein. Wir mögen sie einfach nicht.

Kartoffeln einlagern – nein. Für zwei Personen lohnt sich das nicht.

Wurst machen – auch nicht.

Und die Johannisbeeren abbeeren? Ganz ehrlich: Darauf habe ich keinen Bock. Das ist eine richtige Maloche. Das macht mein Lebensgefährte.

Warum ich das so ausführlich aufschreibe

Weil ich lange geglaubt habe, das wäre irgendwie schlapp.

Wenn du auf einem Hof groß geworden bist, dann steckt dir das im Kopf: Was man kann, das macht man auch. Was da ist, wird verarbeitet. Man lässt nichts verkommen und man drückt sich nicht.

Und dann sitzt du irgendwann da und weckst Bohnen ein, die keiner isst. Und lagerst Kartoffeln ein, die für zwei Menschen viel zu viele sind. Und beerbst stundenlang Johannisbeeren ab, obwohl dir davon der Rücken wehtut – weil das eben so gemacht wird.

Die Frage ist nicht, woher es kommt

Es gibt viele kluge Texte darüber, dass wir alte Gewohnheiten ablegen sollen. Ich finde das zu einfach.

Nicht jede alte Gewohnheit ist eine Last. Manche sind Gold wert. Mein Brot ist nichts, was mir jemand aufgedrückt hat – das ist etwas, das ich damals gelernt habe und das mir heute gute Dienste leistet. Das behalte ich. Da denke ich nicht drüber nach.

Die richtige Frage ist eine andere, und sie ist ganz kurz:

Für wen mache ich das eigentlich?

Brot, das mir schmeckt: für mich. Marmelade, die wir selbst essen: für uns. Das darf bleiben.

Aber Bohnen, die keiner mag? Plätzchen für eine Runde, die nicht mehr kommt? Der große Braten für Kinder, die inzwischen woanders wohnen und selbst kochen?

Das ist Arbeit für ein Leben, das es so nicht mehr gibt.

Und du darfst dir helfen lassen

Ich habe lange gebraucht, um beim Abbeeren einfach zu sagen: Das mach ich nicht.

Nicht weil es zu schwer wäre. Sondern weil ich es gewohnt war, alles selbst zu machen. Wir, die immer für alle da sind, sind ganz schlecht im Bitten. Helfen: sofort. Um Hilfe bitten: bloß nicht.

Jetzt macht er die Beeren, ich koche die Marmelade, und wir haben beide etwas davon. Es ist nichts Schlimmes passiert. Die Küche riecht genauso gut wie früher.

Nur mal hinschauen

Was machst du seit Jahren, ohne es je hinterfragt zu haben?

Und wenn du dabei ehrlich bist: Für wen machst du es eigentlich?

Was davon würde niemandem fehlen, wenn du es einfach weglässt – nur dir vielleicht das schlechte Gewissen?

Lass dir mit der letzten Zeit. Das schlechte Gewissen ist meistens der einzige Grund, warum wir weitermachen.

Der Satz für heute

"Ich darf behalten, was mir guttut – und weglassen, was mir nichts gibt."Der Satz für heute

Du musst nicht alles über Bord werfen, was du von früher kannst. Such dir aus, was dir schmeckt.

Bei mir ist das das Brot. Und die Marmelade. Die Bohnen nicht.

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Wenn du magst, machen wir weiter

Ich bin Christel. Ich komme vom Land, war jahrelang die, die für alle da war – und habe mir irgendwann selbst wieder Platz gemacht.

Heute begleite ich Frauen, denen es ähnlich geht. Acht Gespräche über acht Wochen, nur du und ich, in deinem Tempo. Vorher lernen wir uns kennen – zwanzig Minuten am Telefon, und das kostet nichts. Entscheiden musst du danach in Ruhe zu Hause.

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Ruf mich an

Und wenn dir das noch zu groß ist – es gibt auch kleinere Türen:

Pass gut auf dich auf. Du bist es wert.

Deine Christel

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